

Layers #1/ #2 2022
Altes Badehaus, Mainz-Kostheim
Prints auf Textil, Blattsilber
Das Badehaus diente bis in die 1950er-Jahre als öffentliches Bad für die Arbeiterfamilien des Stadtteils. Heute werden die Räume informell von einem Gesangsverein, einem Boxverein und einer Künstlerin genutzt. Das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1920er-Jahren wurde nie grundlegend saniert.
Mit zwei Interventionen werden unterschiedliche Spuren von Entstehung, Nutzung und Reparatur aufgegriffen und sichtbar gemacht.
Eine Inszenierung von Fotografien des Gartens auf transparenter Gaze erscheint wie an einer Wäscheleine zum Trocknen aufgehängte Tücher. Wie ein Hauch von Erinnerung verweist sie darauf, dass der Garten des Hauses nach Schließung des Badebetriebs noch lange als privates Refugium für den ehemaligen Bademeister diente.
Im Treppenhaus ist Blattsilber auf Fehl- und Reparaturstellen im Wandputz aufgetragen. Während das Silber oxidiert und nach und nach eine orange-kupferfarbene Patina entwickelt, wird es selbst zu einer weiteren Schicht in der ablesbaren Geschichte des Gebäudes. Gleichzeitig entsteht die Frage, welche der historischen oder neueren Schichten zukünftig vom Denkmalschutz als erhaltenswert betrachtet werden. – und warum.
The bathhouse served as a public bathhouse for working-class families in the neighbourhood until the 1950s. Today, the premises are used informally by a choir, a boxing club and an artist. The listed building, which dates from the 1920s, has never undergone a major refurbishment.
Two interventions highlight and reveal various traces of the building’s origins, use and repairs.
A display of photographs of the garden on transparent gauze resembles cloths hung out to dry on a washing line. Like a faint whisper of memory, it hints that, long after the bathhouse ceased operations, the garden continued to serve as a private retreat for the former bath attendant.
In the stairwell, silver leaf has been applied to areas of damage and repair in the wall plaster. As the silver oxidises and gradually develops an orange-copper patina, it itself becomes another layer in the building’s legible history. At the same time, the question arises as to which of the historical or more recent layers will one day be deemed worthy of preservation by the heritage authorities – and why.


