Looking Back  2014

Hochschule für nachhaltige Entwicklung, Eberswalde, Waldcampus
Acrystal, Glaskristall; 400 x 285 x 2 cm

„Plötzlich tauchte hinter dem Rande des Mondes in langen zeitlupenartigen Momenten von grenzenloser Majestät ein
funkelndes Juwel auf, eine helle, zarte, Kugel.“ So beschreib 1968 der Astronaut Edgar Mitchel den Erdaufgang bei der ersten Mondumkreisung.  Die ersten  Fotografien der Erde in ihrer Ganzheit bedeuteten in den 1960er Jahren eine Revolution für das kollektive Bildergedächtnis.
   In den unzähligen Reflexionen und im oszillierendem Flimmern der Steine liegt der visuelle Reiz dieses „Juwels“. Darin liegt eine Ambivalenz und zugleich die Herausforderung: Es ist das Bild des Planeten, des größten zu schützenden Schatzes und zugleich sind symbolisieren die Steine mit ihrer Schönheit ein Symbol für Besitz und Wachstum. Es geht um die zentrale Aufgabe der Nachhaltigkeitsforschung und -lehre wider: Die sinnvolle Verbindung zwischen Ökonomie und Ökologie.
   Es ist ein aufschlussreiches Gedankenspiel, dass ein Verlangen nach Besitz obsiege und Steine gewaltsam herausgebrochen würden. Die fehlerhaften Lücken würden Gespräche über Verantwortung und Notwendigkeit der Wiederherstellung eröffnen. Würden diese Diskussionen nicht Parallelen zu den Auseinandersetzungen um die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts im Kampf mit ökonomischen Interessen aufzeigen?


“Suddenly, behind the edge of the Moon, in long, slow-motion moments of boundless majesty, a
sparkling jewel appeared – a bright, delicate sphere.” This is how astronaut Edgar Mitchell described the Earth rising during the first lunar orbit in 1968. The first photographs of the Earth in its entirety represented a revolution for the collective visual memory in the 1960s.
   The visual appeal of this ‘jewel’ lies in the countless reflections and the oscillating shimmer of the stones. Herein lies an ambivalence and, at the same time, a challenge: it is the image of the planet, the greatest treasure to be protected, yet at the same time the stones, with their beauty, symbolise possession and growth. This reflects the central task of sustainability research and teaching: the meaningful connection between economy and ecology.
   It is an illuminating thought experiment to imagine that a desire for possession were to prevail and the stones were forcibly torn out. The resulting gaps would open up discussions about responsibility and the need for restoration. Would these discussions not draw parallels with the debates surrounding the preservation of ecological balance in the face of competing economic interests?